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Was mich aber wirklich ärgert ist, daß der Mediaplex diesem Machwerk aufgrund einiger irrelevanter Popkultur-Einsprengsel, die wohl einem langsameren Proseminar-Besucher der Medienwissenschaft im zweiten Semester noch witty erscheinen mögen, so unglaublich positive Propaganda zuteil werden ließ. Der SPIEGEL erging sich ja geradezu in Lobeshymnen, dabei dachte ich schon "auweia", da man in der SPIEGEL-Redaktion vielleicht weiß, wie man eine solide Magazin-Version der BILD-Zeitung macht, aber leider von gutem Pop nicht den blassesten Schimmer hat. Steckt eine Taktik dahinter, schlechte Filme über virtuelle Welten zu loben, etwa um das eigene Medium aufzuwerten? Kann sein. Wahrscheinlicher aber ist es, daß der Computer dasjenige Werkzeug ist, das mangelnde Kreativität im Umgang damit am gnadenlostesten offenlegt. Die Technik scheint die Möglichkeiten zu begrenzen. Was bleibt einem übrig, als durch die Verwendung der aktuellen Version von "Kai's Power Tools" zu zeigen, daß man doch irgendwie dazugehört? Selber programmieren geht nicht und selbst wenn... es fehlt einfach die Zeit. Wir nehmen die letzten Fonts von Blokland und Rossum oder bedienen uns stilistisch in toten Jahrzehnten. Wir stecken Ideen in die Kiste und wollen damit eigentlich ordentlich hirnficken, aber die Zwänge der Maschine quetschen das Wertvollste was wir zu bieten haben doch wieder in eine digitale Konformität hinein. |