Der Computer
als Vagina Dentata für Hirnficker
von Günter
Hack
| "The Matrix" ist ein schlechter Film. Die Story ist lau und aufgewärmt, es wird keine ordentliche Paranoia erzeugt, obwohl man sich nach den bewährten Dick'schen Kochrezepten hätte halten können. Aber anstatt Dick und satt machende SF-Kost zu servieren, speist uns das nach Australien emigrierte Hollywood durch schales SlimFast ab. Das entschuldigt zwar nicht dafür, daß die Computertricks leider nicht wesentlich innovativer waren als eine durchschnittliche Fernsehwerbung für Produkte der japanischen Automobilindustrie, aber wenigstens kommt der Schluß dieses Films wie das Ende eines klassischen US-Fernsehserien-Cliffhangers daher, was leider einen zweiten Teil des Spektakels befürchten läßt. Daß der leitende Hackerblödmann seine illegale Software in einem Wälzer von Baudrillard versteckt, ist nicht als intelligenter postmoderner Pun zu lesen, sondern als durchaus praktischer Hinweis: Zu recht viel mehr ist ein Baudrillard auch nicht nütze, als daß man Minidiscs mit raubkopierten Versionen von Microdaft Office 2050 in ihm versteckt - weil man nämlich bestimmt keines von beiden gerne nochmal zur Hand nimmt und den ganzen Quatsch daraufhin heilsam vergessen kann. |