Sie konnte schrecklich sein, wenn ein Abend nicht so begann, wie sie es sich vorstellte. Ich hatte manchmal den Eindruck, dass ihr die Vorbereitungen wichtiger waren, als die Party selber. Wahrscheinlich weil ihr dann noch niemand die Show stehlen konnte, weil sie ihr Diventum so besser zelebrieren konnte. Andererseits fehlte ihr dann natürlich das Publikum. Nachts war ich nie ganz schlau geworden aus ihr.

"So, da sind wir wieder mit der Party-Line auf Energy 104,6. Jetzt habe ich den Lars am Telefon. Hallo Lars, was geht ab bei dir?..."

"Ahhhh. Was ist das denn schon wieder?" - "Sei doch mal ruhig, ich will hören, was Lars zu bieten hat." - "Spinnst doch" - "...es gibt Bowle, Cocktails und Essen umsonst. Ach ja, und einen Superausblick über Berlin. Alle Mädels der Stadt sind herzlich eingeladen. - Super, Lars, dann sag uns doch noch deine Telefonnummer, damit du den Mädels auch den Weg zu dir erklären kannst. - Ja, also die Nummer ist ganz einfach: 28 999 28. Nochmal: 28 999 28..." - "Ey, Klasse. Da gibt's Bowle. Hätte ich jetzt voll Lust drauf," sagte Anette und schaute zu mir rüber. Ich sah kurz zurück und dann wieder auf die Straße. "Hhmm. Mir egal. Wenn's auf dem Weg liegt." Ich wollte heute Nacht eigentlich nur weg sein von mir, von meinem Streit mit Nic und all dem Mist, der da dran hing. Ich wollte fahren, hören, vielleicht ein bisschen trinken. Egal. "Hey, der Typ hat echt Mädels gesagt. Kannste dir doch genau vorstellen, was das für Pickelburschen sein werden da," sagte Jana genervt. Anette dreht sich zu ihr um: "Aber wir sind echt ziemlich früh dran. Komm, das kann doch witzig sein. So ein bisschen die Dummies anschauen und dafür ein paar Drinks abziehen. Ich rufe da mal an und frage, ob das hier in der Nähe liegt. Die Nummer klingt als wäre es in Mitte, oder?" Sie nahm ihr Mobiltelefon aus der Tasche, Jana stöhnte und zündete sich eine neue Zigarette an, ich drehte das Fenster auf und steckte mir auch eine an.