Neukölln - von Jillian-Beth Stamos-Kaschke
Spiegel der Subkultur
Wie man spätestens nach diesem entsetzlichen Spiegel-Artikel weiß, gibt es
Gegenden in Berlin, die weniger sicher sind als andere und deshalb um jeden
Preis zu meiden sind, besonders von ängstlichen Spiegel-Redakteuren. Ich wohnte
bis vor kurzem in einer dieser Gegenden, in Neukölln, um genau zu sein, und war
lange Zeit davon überzeugt, daß es in Bezirken wie dem Prenzlauer Berg zwar
hipper, aber dafür wesentlich uninteressanter war. Eine Subkultur, die sich
dadurch definiert, daß sie in renovierten Altbauwohnungen wohnt, die alle
gleich aussehen, dafür aber "anders", und keine Supermärkte braucht, weil das
junge Genie sowieso den ganzen Tag im Cafe gegenüber sitzt und sich inspirieren
läßt, meistens von anderen Menschen, die im selben Cafe sitzen - nein, ich danke.
